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Nordlichter in Island

Nordlichter in Island

Nicht nur für Fotografen ein Traum

Polarlichter waren wohl schon den alten Babyloniern bekannt. Ein Phänomen, das bis heute seinen eigenen, fast unwirklichen Reiz hat. Kein Wunder also, dass sich unter dem Hashtag „Nordlicht“ in den sozialen Netzwerken unzählige Beiträge und Bilder finden, die Lust auf einen realen Besuch machen …

Solltest auch du selbst einmal Aurora borealis, so der wissenschaftliche Name, bestaunen wollen, dann findest du hier zahlreiche Tipps für (d) einen Besuch im Reich der Polarlichter. In unserem Fall am Beispiel von Island, wo das Phänomen – wie überall auf der Nordhalbkugel – auch als Nordlicht bekannt ist.

Auf der südlichen Erdhalbkugel nennt man das Himmelspektakel dagegen Aurora australis oder auch Südlicht, wenngleich wir es mit demselben Phänomen zu tun haben.

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Für Eilige: Was sind Polarlichter, und wo treten sie auf?

Tatsächlich liegt der Schwerpunkt der Sichtungen in den Polarregionen unsrer Erde, also in Island und Alaska oder auch in Norwegen, Finnland und Schweden. Allerdings wurden Nordlichter auch schon in Griechenland oder auf den Kanarischen Inseln gesichtet.

Ihr Pendant, das Südlicht, könntest du dagegen – gerade so, wie es bereits der Name vermuten lässt – in Australien oder Tasmanien bestaunen. Doch lass uns, ehe wir hier weiter auf konkrete Reisevorschläge eingehen, mal einen kurzen Blick auf das Naturphänomen an sich werfen.

Ein fast unwirkliches Licht:

Das präsentiert sich mit funkelnden grünen, roten oder blauen, manchmal auch violett gefärbten Schattierungen am Nachthimmel und hat (s) einen ureigenen, mystischen Reiz. Ein Himmelspektakel, das fast wie von einer anderen Welt scheint. Kein Wunder also, dass bereits die alten Babylonier von diesem Funkeln am Firmament so fasziniert waren.

Dessen Entstehung zu erklären, fällt der modernen Wissenschaft leicht. Auslöser sind so genannte Sonnenwinde, also elektrisch (auf) geladene Partikel, die auf Sauerstoff- und Stickstoffteilchen der Erdatmosphäre prallen. Dabei wird dann Energie in Form von Licht freigesetzt, die für das funkelnde Spektakel am nachtschwarzen Himmel sorgt. Die Entstehung der Polarlichter hängt also unmittelbar von der Sonnenaktivität ab, und ihr Erscheinen ist – selbst wenn dies unsere Vorfahren noch so glaubten – keineswegs überirdischer Natur.

Legenden rund um das Polarlicht:

Dennoch macht es Spaß, in die Mythologie der Wikinger einzutauchen, die einst auch in Island heimisch waren. Denn nach deren Vorstellung rührten die Himmelslichter vom Widerschein metallischer Rüstungen her und waren damit ein Beleg dafür, dass gefallene Krieger von berittenen Walküren (also von weiblichen, jedoch äußerst kriegerischen Geisterwesen) zu Göttervater Odin heimgeführt wurden. Damit hatte das Nordlicht für die Familien der Gefallenen durchaus (s) einen tröstlichen Charme.

Willkommen in Island!

Wenn wir nun von hier, aus der Glaubens- und Sagenwelt der Wikinger, ins moderne Island zurückkehren, dann finden wir auf der zweitgrößten europäischen Insel bis heute eine atemberaubende Natur. Eine Landschaft voller Wasserfälle und Geysire, ein Naturparadies, in dem Gletscher und Vulkane, Feuer und Eis, im Wettstreit liegen, ein Ort, der für Legenden und abenteuerliche Erzählungen geradezu prädestiniert scheint. Ein Eldorado für alle Naturliebhaber und Fotografen. Denn abgesehen vom Polarlicht hoch droben am Himmel, hat auch der Boden zu unseren Füßen einen ganz besonderen Reiz.

Tatsächlich finden sich auf Island grüne Täler neben Lavawüsten, die von einem der zahlreichen, noch immer aktiven Vulkane aufgetürmt wurden und die Gegend in eine unwirklich anmutende Mondlandschaft verwandelt haben. Dennoch schmiegen sich allenthalben bunt gefärbte Häuschen an die schroffen Wände der Fjorde, aus denen einst die Wikinger in See stachen. Und auch die Abertausende Islandpferde ziehen alljährlich unzählige Besucher an.

Zahlen und Fakten rund um Island:

Obwohl Island über eine Landfläche von 100.250 Quadratkilometern verfügt, ist die zweitgrößte europäische Insel nur dünn besiedelt. Denn hier, im Nordwesen Europas, leben lediglich rund 350.000 Menschen. Entweder in der Hauptstadt Reykjavík

(circa 128.000 Einwohner) oder auch an einem der zahlreichen Fjorde. Hier, „jenseits“ des pulsierenden Kultur- und Nachtlebens der Großstadt, prägen dann blaue Lagunen und Schwefelquellen, aber auch einsam gelegene Kirchen wie die von Wasserfällen umgebene Seydisfjordur Church das Bild der Vulkaninsel. Island ist daher auch – aber nicht nur -, wegen seiner Nordlichter eine Reise wert.

Weitere Tipps und optimale Reisezeit:

Wenn du nun Lust bekommen hast und (d) einen nächsten Urlaub in Island planen möchtest, dann erweisen sich die Sommermonate – also Juni, Juli und August – für Wanderfreunde als ideal. Möchtest du dagegen das Polarlicht in Island bestaunen und fotografieren, dann solltest du die Zeitspanne zwischen Oktober und März wählen. Es macht also Sinn, vorher ein bisschen „in sich zu gehen“ und die eigenen Prioritäten und Wünsche abzuklären.

Doch keine Sorge: Trotz der hohen Breitengrade, bleiben die Winter in Island mit um die – 3 Grad Celsius eher mild. Die Sommermonate sind dagegen mit Temperaturen von rund 15 Grad zum Wandern ideal.

Hier noch unser kleiner Zusatztipp zu den idealen Reisezeiten: Wenn du in Island Wale beobachten willst, dann hast du dazu zwischen Juni und September die beste Chance!

Wo kann man in Island Polarlichter beobachten und fotografieren?

Doch lass uns, ehe wir hier auf weitere Sehenswürdigkeiten Islands eingehen, nochmals zum Polarlicht am winterlichen Himmel zurück kehren. Das zeigt sich am besten außerhalb der Siedlungen, da das Phänomen durch Straßenlampen und anderes Kunstlicht, aber auch durch den Mondschein deutlich abgeschwächt wird. Du solltest dir also eine möglichst dunkle Nacht suchen.

Die Chance, eine beeindruckende Aurora borealis beobachten oder gar zu filmen, ist also in der Hauptstadt geringer (wenngleich nicht völlig ausgeschlossen!) als auf dem „flachen Land“. Da es sich beim Nordlicht, wie wir oben gesehen haben, um ein reines Himmelsspektakel handelt, hat die winterliche Kälte selbst keinerlei Einfluss auf das Geschehen. Im Umkehrschluss ist es jedoch im Sommer, wenn es auf Island fast ganztägig hell bleibt, natürlich völlig unmöglich, ein Polarlicht zu entdecken. Du musst also schon zur passenden Zeit kommen. Dann werden auch spezielle Polarlicht Bus- oder gar Jeep-Touren angeboten, die jede Menge Spaß machen. Dennoch können dir die Veranstalter, ebenso wie beim „Whale Watching“, natürlich keine Garantie auf Erfolg geben. Ein bisschen Glück gehört also dazu.

Allerdings erhöhst du mit einem erfahrenen Guide deine Chancen beträchtlich. Falls du es auf eigene Faust versuchen willst, bietet sich zum Beispiel der östliche Teil der Insel für Exkursionen in Sachen „Polarlicht“ an. Doch Obacht, denn die Insel kann mitunter ganz schön rau und wild sein!

Weitere Highlights auf der Insel des Polarlichts:

Auch für Vogelfreunde muss Island zu d e n Geheim-Tipps schlechthin gezählt werden. Denn der Artenreichtum ist enorm, und insbesondere die Papageientaucher, die hoch droben auf den Klippen nisten, locken viele Ornithologen auf die Insel. Doch auch junge Seeschwalben lassen sich auf Island „belauschen“, so dass Naturliebhaber und Fotografen ganz sicher nicht enttäuscht werden.

Ebenso gewinnt Island durch seine zahlreichen Fjorde, die von hohen Bergen eingerahmt werden, seinen Reiz. Die sind während der Wintermonate häufig schneebedeckt, so dass in dieser Zeit nicht nur das Nordlicht seinen (fotografischen) Reiz hat.

Sehenswert ist zudem das Treibholz, das zum Teil aus Sibirien kommend von den Meeresströmungen an die Küsten Islands gespült wird. Hier, aber auch im so genannten Hochland, gewinnen Besucher rasch einen Eindruck von der Weite und Urtümlichkeit des Landes. Denn da ein Großteil der Einwohner in Reykjavík lebt und arbeitet, präsentieren sich viele Regionen der Insel nahezu menschenleer. Tatsächlich verspricht die Naturkulisse Islands grandiose Erlebnisse, sollte jedoch am besten zusammen mit einem erfahrenen Führer erforscht werden. Denn das menschenleere Landesinnere Islands kann sich durchaus rau und menschenfeindlich präsentieren, und Unfälle und / oder verirrte Wanderer stellen leider keine Seltenheit dar.

Auch wenn du selbst kein Reiter bist, solltest du bei (d) einem Aufenthalt im Land der Polarlichter unbedingt einen der zahlreichen Pferdezüchter besuchen, die ihre kleinen, stämmigen Tiere meist voller Stolz Touristen und Fotografen vorführen. Abschließen möchten wir unsere Tipps zum Reiseziel Island mit einer geführten Gletschertour, die quasi ein Muss ist und – zumal auf einem Schneemobil – jede Menge Spaß macht. Zu entdecken gibt es in Island, das auch als hervorragender Spot für Angler gilt und mit prachtvollen Lachsen aufwarten kann, also viel. Drum lass dich nicht nur von den Nordlichtern und der Hauptstadt mit ihrem historischen Kern in den Bann ziehen … denn Island bietet so viel mehr.

Nordlichter fotografieren – abschließende Tipps für deinen Island-Besuch:

Wer Nordlichter fotografieren will, sollte (s) eine System- oder Spiegelreflex-Kamera samt einem Stativ nutzen. Denn natürlich erzielt ihr mit einer so genannten Langzeitbelichtung von mehreren Sekunden (wie ihr die einstellt, solltet ihr im Vorfeld in eurer Bedienungsanleitung durchlesen!), für die ihr eine stabile Auflage für eure Kamera benötigt (dabei kann es sich notfalls auch mal um das Autodach handeln), die besten Ergebnisse.

Entweder nutzt ihr dazu einen Fernauslöser oder auch den Timer, damit das Bild nicht durch die Erschütterungen, die beim manuellen Auslösen unweigerlich entstehen, verwackelt wird. Welche Brennweite ihr einsetzt, bleibt euch selbst überlassen. Manche Fotografen nutzen für die Astrofotografie und andere Phänomene am Nachthimmel bevorzugt Weitwinkelobjektive von 14, 18 oder 20 mm Brennweite (bezogen auf das Kleinbild-Format), sicherlich kommt ihr aber auch mit einem Standard-Zoom von 24-70 mm klar.

Habt ihr es mit so genannten „tanzenden“ Nordlichtern zu tun, können auch mal kürzere Verschlusszeiten angezeigt sein. Insofern empfehlen sich lichtstarke Optiken. Dennoch müsst ihr dann die ISO Zahlen (gab im analogen Zeitalter die Empfindlichkeit des Films an) nach oben drehen, was wiederum das Bildrauschen verstärkt.

Daher macht es Sinn, wie bei Sonnenunter- und Aufgängen mit den Einstellungen der Kamera zu experimentieren und ein Bild – entgegen den „Ratschlägen“ der Automatik – auch mal über- oder unterzubelichten. Mache Hersteller haben dazu eine Funktion, die sich Belichtungsreihe nennt, in ihren Kameras verbaut.

Kurzum: Übung macht auch beim Fotografieren von Nordlichtern den Meister, und das Schöne ist, dass du im digitalen Zeitalter die Ergebnisse noch gleich vor Ort begutachten und womöglich durch veränderte Kameraeinstellungen optimieren kannst.

Doch genug der Worte, wir wünschen dir nun viel Spaß bei deinem Trip zu den Nordlichtern!

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